Judy Rafat – Biografie

Judy Rafat, ehemalige Schülerin und Protegé des großen Bebop Weltstars Dizzy Gillespie gehört zweifellos zu den besten Jazzsängerinnen unserer Zeit. Wie auch Diana Krall ist Judy Rafat in Kanada geboren und durch die atemberaubende Schönheit der Natur ihrer Heimat beeinflusst und zu ihrem authentischen Stil inspiriert worden. Mit dem dunklen Timbre ihrer sanften, facettenreichen Stimme berührt sie weltweit die Herzen ihres Publikums. Ihre Fans bestaunen immer wieder sowohl ihren gewaltigen Stimmumfang von drei Oktaven wie auch die herausragende Modulationsfähigkeit. Dizzy Gillespie sagte zu Judy Rafat: „…you have a great voice and you don´t sound like anybody else!“. Neben den Standards bietet sie dem stets begeisterten Zuhörer ein buntes Feuerwerk aus Bossa Nova, Swing, Latin, Blues und natürlich Bebop.

Judy Rafat ist in einer musikalischen Familie aufgewachsen und ließ sich nach dem Musikstudium an der University of Western Ontario mit Abschluss in den Hauptfächern Gesang und Flöte nach einer ausgiebigen Europatour in Deutschland nieder. Für ihr soziales Engagement als erfolgreiche Folksängerin brachte man Judy Rafat in der Folge viel Aufmerksamkeit und Dankbarkeit in allen Medien entgegen.

Das Jahr 1986 leitet dann den Wendepunkt in ihrer Karriere ein und sie entdeckt ihre Vorliebe für eine ganz besondere Musikrichtung, den Jazz. Ausgelöst wird diese Faszination durch ein für Judy Rafat unvergessliches Zusammentreffen mit einem der größten und bedeutendsten Jazzmusikern aller Zeiten, Dizzy Gillespie. Charly Parker war an seiner Seite Miterfinder des Bebop und somit Weichensteller für eine Revolution in der Musikgeschichte. Judy Rafat und Dizzy Gillespie wurden enge Freunde mit einer Art Seelenverwandtschaft. Im Jahr 1993 starb mit Dizzy Gillespie zunächst auch das Vorhaben eine CD mit seinen unvergesslichen Kompositionen aufzunehmen.

1989 begann die fruchtbare Zusammenarbeit mit Dizzy Gillespie als Judy Rafat mit ihrem eigenen Quintet in Ostberlin als Vorgruppe von Dizzy Gillespie engagiert wurde und sie ihn anschließend auch nach Prag und Moskau begleitete. Es folgten Tourneen durch Polen, Bulgarien, Rumänien, Russland, Litauen, Italien, Deutschland, Frankreich, Holland, Belgien und die Schweiz.

Im Jahr 1994 begann Sie mit ihrer Lehrtätigkeit als Dozentin für „Jazzgesang“ an der Mercator Universität in Duisburg. Ein wenig später brachte Judy Rafat dann auch den begeisterten Studenten an der Universität von Essen die hohe Kunst des Jazzgesangs bei.

1996 dann horchte die Öffentlichkeit ein weiteres Mal auf als Judy Rafat gemeinsam mit dem Dave Brubeck Quintet auf der Bühne stand. Der Durchbruch war geschafft. Überall auf der Welt riss man sich nun um die sympathische Künstlerin, die mit ihrer Stimme nicht nur eine abwechslungsreiche Show bot sondern die Herzen der Menschen mit ihrer unnachahmlichen authentischen Art berührte. In vielen Kritiken wurde sie als sehr improvisationsstark und leidenschaftlich, geradezu besessen beschrieben mit einer Stimme, die sie selbst zu einem dominierenden Instrument innerhalb einer Band machte.

Im Jahr 1997, ein Monat nachdem Judy Rafat in Englewood auf Einladung von Jon Faddis auf dem Memorial Concert anlässlich des 80. Geburtstages von Dizzy Gillespie gesungen hat, erfüllte sich der Traum einer CD mit Kompositionen von Dizzy Gillespie. Judy Rafat sagt: „… during recording it was obvious to all, that the spirit of Dizzy was with us in the studio …“ Die Tribute-CD mit dem Titel „CON ALMA“ auf der sie ausnahmslos Kompositionen – teilweise mit eigenen Texten – von Dizzy Gillespie singt und ihr Ausnahmetalent eindrucksvoll unter Beweis stellt, hat sie ihrem Freund und Mentor gewidmet.

Die Liste der für den Erfolg durch ihre Mitwirkung mitverantwortlichen Musiker liest sich wie das „who is who“ der Jazzwelt: Kenny Barron, Frank Wess, Rufus Reid, Ignacio Berroa, Claudio Roditi, Mike Longo, Paquito d´Rivera sowie John Lee. In den Notes zu der CD schrieb Slide Hampton: „Here is a true voice coming straight from the heart … the compositions of Dizzy Gillespie require a high quality of singing. Judy has passed it with excellent intonation and phrasing. What a range, what a precision! She really sounds like an instrument. She sings of a theme close to her heart – love and support of oppressed people because of prejudice of skin colour or nationality.“

Der Durchbruch war geschafft. Judy Rafat sang nun in den besten Hotels der Welt und begeisterte das anspruchsvolle und intellektuelle Publikum. Besonders hervorzuheben sind sicher ihre Aufenthalte in den Jahren 1999 und 2000 in China, wo sie jeweils 6 Monate im Ritz-Carlton Hotel in Shanghai – u.a. mit Wynton Marsalis – und anschließend im führenden Jazzclub „The Big Easy“ in Peking brillierte. Ebenfalls im Jahr 1999 trat das deutsche Umweltministerium unter der Leitung von Bärbel Höhn an Judy Rafat mit der Bitte heran, eine CD für Frauen und die Agenda 21 zu produzieren. Sie kam der Bitte sehr gerne nach und steuerte neben dem Titelsong „Women of the World“ noch weitere Eigenkompositionen bei. Auch diese CD fand große Beachtung.

Seit 2000 hat sich Judy Rafat der pädagogischen Arbeit gewidmet. Sie gründete ihre eigene „School of Vocal Music“, wo sie mit viel Hingabe ihrem Herzenswunsch nachgehen kann: was sie gelernt hat, ihren Lehrlingen weiterzugeben.

Im Jahr 2001 begann die sehr fruchtbare Arbeit mit Thomas Rückert und entwickelte sich zu einem intensiven, musikalischen Erlebnis. Ebenso die Gründung ihres Quintetts (2003) mit Olaf Polziehn (Klavier), Henning Gailing (Bass), Hendrik Smock (Schlagzeug) und Lothar van Staa (Saxophon). Mit diesem Team entstand 2005 ihr Album „Pure Inspiration“, es folgten zahlreiche Auftritte in ganz Europa. Im gleichen Jahr nahm Judy Rafat in der Folkwang Musikschule Essen ihr Unterrichtsprogramm auf.

Viel Anerkennung erntete sie 2006 im Zuge ihrer „A Tribute to Dizzy Gillespie“-Tour. Judy Rafat ist die einzige Jazz Sängerin der Welt mit einem Programm explizit zuehren Dizzy Gillespie. Im gleichen Jahr trat sie sechs Monate lang vor internationalem Publikum im Shangrila Hotel (Singapore) auf, sowie im hiesigen Jazz-Club Southbridge.

Dizzy Gillespie mit Trompete
Judy Rafat & Wynton Marsalis
Dave Brubeck
Judy Rafat, live Harmonie Bonn 2005